Die Zahl der deutschen Unternehmen, die einen Diversity-Manager beschäftigen stieg im Jahr 2007 auf 14 an. Zwei weitere Unternehmen in Deutschland planen derzeit die Besetzung der Position. Zu diesem Ergebnis gelangt eine aktuelle Erhebung der »Ungleich Besser Diversity Consulting« (Linke siehe unten) unter den DAX30-Unternehmen.
»Die steigende Anzahl der Diversity Manager (1) zeigt, dass immer mehr Unternehmen Diversity strategisch umsetzen«, kommentiert Diversity-Experte Michael Stuber die Ergebnisse. Vielfalt gewinnbringend zu gestalten, sei für Unternehmen ein kritischer Erfolgsfaktor in Zeiten von internationalem Kosten-, Innovations- und Wettbewerbsdruck.
Großunternehmen wie die Deutsche Bank, Deutsche Telekom oder RWE beschäftigen hochrangige Führungskräfte, deren Aufgabe die gezielte Veränderung der Unternehmenskultur ist. »Diversity Manager sind die Prozesspromotoren von Diversity«, erläutert Stuber mit Verweis auf das Innovations-Management. Den »Leitern Diversity« kommt die Aufgabe zu, ein produktives Arbeitsumfeld zu gestalten, Prozesse auch mit Blick auf das AGG zu überprüfen und Vorgesetzten das Handwerkszeug für eine Führung mit Diversity zu vermitteln. Darüber hinaus zeigen sie die Vorteile einer vielfältigen Belegschaft auf und tragen zu einem Image als bevorzugter Arbeitgeber bei.
13 von 14 DAX30-Unternehmen beschäftigen Diversity Manager auf Vollzeit-Basis, für eine Position stellt Diversity einen Teil der Verantwortlichkeit dar. Die Mehrzahl der Unternehmen unterhält mehr als eine Stelle: In den Diversity-Teams sind bis zu acht Personen eingebunden. Neun der untersuchten Unternehmen verfügen über keinen dezidierten Diversity-Manager; einige dieser Unternehmen bearbeiten das Thema dennoch intensiv: Häufig setzen Projektteams Maßnahmen für den wirtschaftlichen Umgang mit vielfältigen Beschäftigten und Kunden um. Zu diesen Aktivitäten zählen beispielsweise Mentoringprogramme, Trainings oder Kommunikationsmaßnahmen. »Dies zeigt einmal mehr, dass Diversity eine echte Priorität geworden ist«, kommentiert Michael Stuber. Der Standort Deutschland sei auf eine gezielte Nutzung von Vielfalt angewiesen.
Informationen zur Erhebung: Alle DAX30-Unternehmen wurden im Zeitraum Juli bis August 2007 befragt oder offiziell zugängliche Informationen (Websites, Konferenzbeiträge) ausgewertet. Erhoben wurde, ob ein Diversity-Manager beschäftigt wird, seit wann und ob dieser in einer Voll- oder Teilzeitstelle beschäftigt ist. Die Ergebnisse der Erhebung beziehen sich ausschließlich auf Unternehmen, die zum Erhebungszeitpunkt im DAX30-Index gelistet waren. Gefragt wurde, ob ein oder mehrere Diversity-Manager beschäftigt sind. Fünf Unternehmen nahmen nicht an der Erhebung teil.
Über österreichisches Diversity Management erhältst du Informationen auf der Website »Diversity Works« .
Die agpro - austrian gay professionals - widmen sich diesem Thema seit mehr als 9 Jahren auf dem Gebiet der Arbeitswelt in Österreich. Anfang 2006 publizierte agpro gemeinsam mit Pink Marketing die erste Studie zum Kauf- und Freizeitverhalten von schwulen und heterosexuellen Männern im Vergleich. Somit gab es auch ich Österreich erstmals Zahlen und Fakten zu diesem Thema.
Am internationalen, schwul-lesbischen »Coming-Out Day«, nämlich den 11. Oktober 2007 vergibt die agpro einerseits zum vierten Mal in Folge den agpro Förderpreis für Studien und Projekte zur Homosexualität in den Bereichen Wirtschaft, Recht und Gesellschaft aus. Und andererseits präsentiert die agpro gemeinsam mit den Queer-Business-Women die erste Broschüre zum Thema »Sichtbarkeit von Lesben und Schwulen im Erwerbsleben«. Zwar ist seit 2005 in Österreich die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verboten, die Situation im realen Arbeitsleben ist allerdings oftmals gekennzeichnet von Tabuisierung, Intoleranz und Ausgrenzung. Die Broschüre zeigt einerseits wie manche Unternehmen in Österreich proaktiv an Diversity-Management herangehen und Vorkehrungen treffen, die über die Einhaltung von Nichtdiskriminierung hinausgehen. Und andererseits aber auch wie andere Unternehmen dieses Thema meiden und teilweise sogar verdeckte Diskriminierung betreiben, um zu verhindern, dass ein schwuler Mitarbeiter oder eine lesbische Mitarbeiter die Karriereleiter hochklettern kann.
(1) Diversity Management bzw. Vielfaltsmanagement (auch Managing Diversity) ist ein Konzept der Unternehmensführung, das die Heterogenität der Beschäftigten beachtet und zum Vorteil aller Beteiligten nutzen möchte.
Diversity Management toleriert nicht nur die individuelle Verschiedenheit (engl.: diversity) der Mitarbeiter, sondern hebt diese im Sinne einer positiven Wertschätzung besonders hervor.
Ziele von Diversity Management sind:
- eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen zu erreichen,
- Diskriminierungen von Minderheiten zu verhindern und
- die Chancengleichheit zu verbessern.
Dabei steht aber nicht die Minderheit selbst im Fokus, sondern die Gesamtheit der Mitarbeiter in ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Bei den im Diversity Management zu beachtenden Unterschiede handelt es sich zum einen um die äußerlich wahrnehmbaren Unterschiede, von denen die wichtigsten Geschlecht, Ethnie, Alter und körperliche Behinderung sind und zum anderen subjektive Unterschiede wie die sexuelle Orientierung, Religion und Lebensstil. Bei Diversity Management handelt es sich um mehr als nur die Umsetzung von Antidiskriminierungsvorschriften, sondern um ein Gesamtkonzept des Umgangs mit personaler Vielfalt in einem Unternehmen zum Nutzen aller Beteiligten, also auch des Unternehmers. Diversity Management ist damit sehr viel mehr als eine Unternehmenskultur.
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