Der vor 19 Jahren mit Schimpf und Schande aus dem kleinen Städtchen Helena gejagte Robert Walden kehrt nach dem Unfalltod seiner Eltern zurück nach Hause. Eigentlich wollte er nur den Nachlass regeln, das Haus verkaufen und dann so schnell wie möglich zurück in den Hexenkessel New York um dort sein Leben als gefeierter Schriftsteller mit weiterführen zu können.
Aber die Vergangenheit holt ihn mit Riesenschritten ein. Jene Kreise, die durch eine Intrige das Leben des damals 18 jährigen zerstört haben existieren noch immer, aber auch seine große Jugendliebe hat den Ort nicht verlassen. Robert bleibt wider Erwarten in Helena und weckt so die Gespenster der Vergangenheit wieder auf…
Das Buch fesselt einen an den Ort, an den man beginnt es zu lesen, sei es nun Couch, Sessel oder Bett. Man lebt und leidet, freut und fürchtet, hasst und liebt mit seinen Figuren. Er versteht es seine Leser zu faszinieren und selbst wenn die bei Nathschläger obligatorischen Gewaltszenen einen auch abstoßen mögen, so stellen sie ein so integralen Bestandteil der Geschichte dar, dass diese unvollständig wirken würde, würden sie fehlen.
Wie auch in manchen anderen seiner Bücher holpert die Geschichte allerdings an manchen Stellen. Obwohl es natürlich Zufälle im Leben gibt, übersteigen sie im Normalfall eine gewisses Maß nicht. Hier allerdings schon. So erinnert ein spezieller Erzählstrang an den Song von Peter Cornelius „Du, entschuldige, i glaub i kenn di“, denn nach 19 Jahren wird von Robert und Walter nahtlos dort weitergemacht, wo die „feine“ Gesellschaft zwei Jahrzehnte zuvor eine Fortsetzung der Romanze, ja eigentlich das Aufblühen der Liebe, unmöglich gemacht hat. Das zwei nun nahezu 40 jährige sich aber benehmen als wären sie wieder 18 und Händchen haltend über einen Schulkorridor schlendern, mag dann aber doch etwas seltsam anmuten. Doch wie sagte schon ein weiser Mann: „Die Liebe macht aus Weisen Narren und Narren weise!“
Im Gegensatz zu anderen Werken des Wiener Autors, herrscht am Ende des Buches Friede, Freude, Eierkuchen, das Gute feiert einen fast vollkommenen Sieg und das Böse wird bestraft. So gleitet das Ende des Romans beinahe schon in den Bereich des Kitsches ab. Aber das stört kaum, man freut sich einfach an dem Glück, dass Robert und Walter nun nach 19 Jahren doch noch gegönnt ist.
Fazit: Ein Buch, das einen kaum loslässt. Was hin und wieder an Logik in der Handlung abgeht, wird durch die erzählerische Kraft des Autors, die Faszination seiner Sprache und das meisterhafte Spiel mit Stimmungsbildern mehr als wettgemacht.
Himmelstürmerverlag: ISBN 3-934825-50-8,
Richtpreis: 14.90€ |