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Ein Leben mit Aids: Edwin Cameron
Nelson Mandela bezeichnete ihn als einen der neuen Helden Südafrikas.
Edwin Cameron ist nicht nur offen homosexueller Richter am Obersten Gerichtshof der Republik Südafrika sondern er war auch die erste Führungsperson Südafrikas, die sich offen dazu bekannt hat, mit dem HI-Virus infiziert zu sein.

Ein besonders tragisches und schockierendes Ereignis war es, das Edwin Cameron zu diesem mutigen Schritt bewegt hat. Gugu Dlamini, eine 36 Jahre alte Frau aus der Provinz KwaZulu-Natal, wurde 1998 durch Steinigung und Messerstiche zu Tode gebracht nachdem sie sich am Welt-Aids-Tag dieses Jahres in einer Radiosendung als HIV-positiv geoutet hatte …
 
In den 80er Jahren arbeitete Edwin Cameron als Rechtsanwalt und als Menschenrechtsexperte an der Universität von Witwatersrand, wo er die Charta für AIDS- und HIV-Rechte mitverfasst und zahlreiche AIDS-Organisationen (mit)begründet hat.
 
1994 ernannte ihn Präsident Nelson Mandela zum Richter am High Court und von 1999 bis 2000 war er Mitglied des Verfassungsgerichtshofs, um 2000 schliesslich an den Obersten Gerichtshof berufen zu werden. Dort verfasste er 2004 die bahnbrechende und historische Entscheidung, mit der dieser Gerichtshof die Beschränkung der Ehe auf verschiedengeschlechtliche Paare als menschenrechtswidrig erkannte (Marié Adriaana Fourie & Cecelia Johanna Bonthuys vs. Minister of Home Affairs & Director-General of Home Affairs, 30.11.2004).
 
Und im Vorjahr veröffentlichte Edwin Cameron den internationalen Bestseller „Witness to Aids“, der demnächst auch in Deutsch erscheinen wird (bei CH Beck). In diesem Buch, das zugleich sein Leben mit Aids Revue passieren lässt und die Situation von Aids in Afrika analysiert, setzt er sich mit der Bedeutung von Hiv/Aids auseinander: für ihn selbst, der mit der Möglichkeit eines schleichenden Todes konfrontiert ist, und für uns alle, die vor einer der grössten Herausforderungen unserer Zeit stehen. In seiner intensiv persönlichen Beschreibung des Überlebens mischt Edwin Cameron Elemente seiner bitterarmen Kindheit mit seinen täglichen Pflichten als einer der höchstangesehen Richter Südafrikas, wobei er stets die wesentlichen Probleme der Aids-Epidemie im Auge hat: Stigma, Diskriminierung und, am bedeutendsten, die über Tod und Leben entscheidende Frage des Zugangs zu Medikamenten und Therapie.
 
Dieser einzigartige und grosse Mann aus dem Land der vormaligen rassischen Apartheid wird den wohl fesselnden und unvergesslichen Festvortrag halten am 2. Oktober beim Festakt „Wider die sexuelle Apartheid – 15 Jahre für das Recht zu lieben, 15 Jahre Rechtskomitee LAMBDA“ im Parlament in Wien.
 
P.S.: Anmeldeschluss für den Festakt „15 Jahre RKL“ ist der 3. September! Einlass zum Festakt erfolgt nur gegen rechtzeitige persönliche Anmeldung auf www.RKLambda.at.
 
Dr. Helmut Graupner ist Rechtsanwalt in Wien, Präsident des Rechtskomitees LAMBDA (RKL), Co-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Sexualforschung (ÖGS), Sprecher der Plattform gegen § 209 sowie Vice-President for Europe der International Lesbian and Gay Law Association (ILGLaw). Mitglied der European Commission on Sexual Orientation Law (ECSOL).
 
Jetzt anmelden zum Festakt 15 Jahre RKL:
 
 
Dieser Beitrag erschien auch in der Juliausgabe von XTRA!, Österreichs grösstem Schwulen- und Lesbenmagazin.


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